Handwerker-Blog zu „Rund ums Bauen und Wohnen“

Änderungen in der EneV2014 für den Neu- und Altbau

erstellt am: 12.02.2014
von: 8hk
Kategorie(n): Baustelle

Was ist die Energieeinsparverordnung und welchen Zweck verfolgt sie?

energie-einfamilienhaus

Bereits im Jahr 2002 hat die Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) die bis dahin gültige Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) ersetzt. Bereits 2007 und 2009 wurde die EnEV novelliert; zum 1. Mai 2014 tritt nun die neue EnEV 2014 in Kraft.

Die Bundesregierung will damit bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen und setzt dabei auf den Einsatz erneuerbarer Energien statt fossiler Brennstoffe – die Umwelt soll auf diese Weise nachhaltig entlastet werden.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Energieausweis, der über die jeweilige Energiebilanz informiert und künftig für jedes Gebäude ausgestellt werden muss.

EnEV und EnEG – wo liegt der Unterschied?

Das Energieeinsparungsgesetz (kurz: EnEG) der Bundesregierung ist bereits seit dem Jahr 2005 gültig, die aktuellen Änderungen sind zum 13. Juli 2013 in Kraft getreten. Es bildet die juristische Basis für die Energieeinsparverordnung (EnEV) – oder anders gesagt: in der EnEV werden die Grundsätze des EnEG praktisch umgesetzt.

Ein wichtiger Punkt: Der Energieausweis

In Zukunft muss der Energieausweis zwingend vorgelegt werden, wenn ein Gebäude verkauft oder vermietet wird; er gibt Auskunft darüber, welchen Energiebedarf ein Gebäude benötigt. Als Grundlage der Berechnung dient der gemessene Bedarf, z.B. aus Heizkostenabrechnungen. Aus diesem errechnet sich der sogenannte „Energieverbrauchskennwert“.

Außer diesem Wert enthält der Energieausweis zudem Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz. Bei Bestandsgebäuden werden diese in Form von Modernisierungsvorschlägen aufgelistet. Für Investoren winkt dabei langfristig ein höherer Verkaufserlös, da energieeffiziente Gebäude für potentielle Käufer deutlich attraktiver werden.

Die EnEV regelt nicht eindeutig, wer ausstellungsberechtigt ist; die entsprechende Regelung ist Ländersache. Prinzipiell können neben Hochschulabsolventen und Handwerksmeistern aus baugewerblichen Branchen ebenso Energieausweise ausstellen wie Techniker unter bestimmten Voraussetzungen. Davon abgesehen gelten für Wohn- und Nichtwohngebäude unterschiedliche Bestimmungen, die bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde erfragt werden können.

Was sich durch die neue EneV für Neubauten ändert

Grundsätzlich ist beim Neubau mit höheren Kosten zu rechnen, da durch die Verordnung strengere Auflagen zur Energieeffizienz gelten. Weil die neuen Vorschriften auf die Einsparung von Energie zielen, haben sich die anfänglichen Mehrkosten jedoch bald amortisiert.

In zwei Schritten wird der Mindesteffizienzstandard angehoben, das heißt: 2014 und 2016 wird der Energiebedarf eines Neubaus um jeweils 12,5 Prozent gesenkt. Ab dem Jahr 2021 schließlich dürfen nur noch Niedrigstenergiehäuser gebaut werden, für öffentliche Gebäude greift die Regelung bereits ab 2019.

Änderungen für den Altbau

Auf Bestandsbauten hat die EnEV 2014 zunächst keine direkten Auswirkungen. Damit jedoch auch hier langfristig die Energiebilanz verbessert wird, fördern Bund und EU entsprechende Modernisierungsmaßnahmen. Einsparpotential bieten dabei vor allem bauliche Veränderungen an Gebäudehülle und Anlagentechnik; auch die Anschaffung einer eigenen Solaranlage stellt nach wie vor eine attraktive Energiesparmöglichkeit dar.

Die vorgenommenen Modernisierungen werden im Energieausweis vermerkt; so finden sich auch hier finanzielle Anreize für potentielle Investoren.

Anforderungen an gewerbliche und öffentliche Bauten

Seit 2009 greift bei Gebäuden mit regem Publikumsverkehr die sogenannte Aushangpflicht, die durch die EnEV 2014 ausgeweitet wird: Der Energieausweis muss an gut sichtbarer Stelle ausgehängt werden, sofern die Gesamtnutzfläche mehr als 500 qm beträgt. Dies betrifft neben öffentlichen Bauten beispielsweise auch Kinos, Kaufhäuser oder Theater.

Egal, ob Neu- oder Altbau: Jeder Bauherr hat in Zukunft die Möglichkeit, den Umweltschutz aktiv mitzugestalten. Um dabei in den Genuss finanzieller Förderungen zu gelangen, lohnt es sich, schon während der Planungsphase eines Bauvorhabens entsprechende Überlegungen zu treffen – zum Wohle der Umwelt und des eigenen Geldbeutels.

Bild: Wavebreakmedia Ltd., Wavebreakmedia, thinkstockphotos.de


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